1962 brach die damals zwanzigjährige Künstlerin Ulrike Ottinger von Konstanz nach Paris auf – in einer «mit Eulen bemalten, himmelblauen Isetta». Und obwohl sie diese alsbald mit Motorschaden am Strassenrand zurücklassen musste, sollte sie ihr Ziel erreichen: In einem schwarzen Citroën mit fünf Herren in Hut und Mantel, «wie Bankräuber aus einem Film noir», die die Anhalterin nach Paris mitnahmen…

Zwischen Queerness und Exotik
Für ihren Beitrag zum schwullesbischen Filmschaffen wurde Ulrike Ottinger der diesjährige Pink Apple Festival Award zugesprochen. Weshalb ihr neustes autobiografisches Werk, Paris Calligrammes, untypisch ist für die Vorreiterin des queeren Filmschaffens, entschlüsselt ein Rückblick auf ihr Werk.