Was in den Niederlanden vertraute Realität ist, trifft in Thomas Vinterbergs neuer Serie ausnahmsweise Dänemark: die nahende Überflutung weiter Teile des Landes setzt weitreichende politische Entscheidungen in Gang. Dänische Bürger:innen werden dazu aufgefordert, das Land zu verlassen und sich eine neue Heimat zu suchen.
Ob das eine geräumige Altbauwohnung in Paris ist oder aber eine Bleibe, die man sich mit sieben anderen Parteien teilen muss, in einem Wohnblock in Bukarest, darüber entscheiden Beruf und Finanzen. Während der Architekt Jacob dank internationaler Kontakte mit seiner Ehefrau in Paris unterkommt, bleibt für seine geschiedene Frau, die Journalistin Fanny, die seit längerem an Burnout leidend, nur Bukarest.
Was die gemeinsame Tochter Laura vor eine schwierige Entscheidung stellt. Die Abiturientin ist eigentlich frisch verliebt in ihren Mitschüler Elias, dessen Familie in den Norden zieht.

Diese Dystopie einer nahen Zukunft erzählt der dänische Regisseur, der für seinen letzten Film Druk (Der Rausch) 2021 mit einem Oscar für den besten internationalen Film ausgezeichnet, als Familiengeschichte. In der haben die Entscheidungen der einzelnen Personen weitreichende Konsequenzen, die einzige Gewissheit ist die, dass die Zukunft auf einem wackligen Fundament steht. Das gilt auch für Jacob, dessen Arbeitserlaubnis in Frankreich sich bald als fragil herausstellt.
Dass die Serie fast gänzlich auf bewährte Katastrophenbilder verzichtet, verleiht ihr umso mehr Wirkung – das Wasser wirke in unseren Köpfen stärker als im Bild, wie Vinterberg sagt. Und dass es am Ende Hoffnung gibt, macht die Ereignisse nicht weniger dramatisch.
Premiere ab 26.2. im Filmpodium (Zürich) und ab 26. März auf SRF 2